Neueste Artikel

Der Besuch

Die Melancholie ist zu Besuch. 

Eine alte Bekannte, wir haben früher viel Zeit miteinander verbracht.

Sie schaut immer mal vorbei, setzt sich zu mir und beginnt zu erzählen.

Ich lasse sie kommen. Ja ich heiße sie willkommen, wenn sie denn mal da ist. 

Warum auch nicht. Es würde keinen Sinn machen, so zu tun, als nähme sie mich nicht an der Hand, um ein Stück mit mir zu gehen.

Langsam schreiten wir….die Schritte fallen manchmal schwer….ihre Gangart ist mir fremd geworden.

Sie spricht mit leiser Stimme und löst Knoten in meinen Gedanken, bringt sie in Schwung. 

Sie öffnet Schubladen, während sie durch meinen Geist wandert.

Sie tut, als wäre sie bei mir zuhause.

Ich lasse mich ein auf ihr Gespräch. Ich hole Wein und mache Musik an.

Sie lächelt, als sie mir ins Gesicht schaut. „Du schaust so traurig.“

„Das ist, weil du da bist. Dann wird mir immer ganz schwer ums Herz.“ sage ich.

„Du hast wenigstens eins.“ sagt sie.

Und so sitzen wir, die Stunden vergehen.

Tränen laufen mir über das Gesicht, während ich mit dem Stift auf dem Papier meine Spuren hinterlasse.

Manchmal bringt sie ihren Freund mit, den Zweifel. 

Er wirft immer wieder ein paar Brocken ins Gespräch.

Hin und wieder stecken sie die Köpfe zusammen, tuscheln und kichern.

Ich sitze ihnen gegenüber und fühle mich unwohl, unsicher.

Sie sind in der Überzahl.

Dann kommt der Moment, in dem ich meine Augen schließe. Einatme. Ausatme. Der Musik lausche. 

Ich sage: „Ihr wart da. Danke. Wenn ihr vorbeischaut, lerne ich einiges. Ihr bewegt.

Ihr hattet euren Moment. Ich mache jetzt das Licht an.“

Ich bewege mich zurück auf die Ebene, auf der die beiden keinen Platz haben.

Denn ich will die Sonne sehen, ich möchte mein Herz schlagen spüren, ich möchte meine Kinder Lächeln sehen, ich möchte in den Spiegel schauen und sagen können : Du hast es mit jeder Faser deines Körpers, mit jedem Gedanken in deinem Kopf versucht. Du hast gegeben, was du konntest und tust es stetig. Du bemerkst aber auch, wo deine Grenzen sind. Du kommst ins Schwanken, denn du möchtest einige, viele, von ihnen überwinden, überschreiten.

Und so öffnest du das Fenster, die Musik in deinem Ohr, und geleitest sie direkt, aber freundlich nach draußen…..du wünschst Ihnen (oder ihr) eine gute Nacht, einen guten Weg.

Du atmest den frischen Wind der Nacht….wiegst dich zur Musik.

Dir wird bewusst, das diese Momente nicht die schönsten in deinem Leben sind. 

Doch sie gehören auch dazu. 

Zu dir.

Zu mir.

Das Licht ist an…..gedimmt.

Du legst dich schlafen…..komischer Besuch….aber es ist ok jetzt.

Morgen ist ein neuer Tag.

Licht, Liebe, Möglichkeiten!

Yoga/Fitness

 

Wenn du bisher deinen Sport unabhängig von Vereinen, Öffnungszeiten der Fitnessstudios und Sportstätten gemacht hast, ist die Quarantänezeit sicher kein Problem für dich. Denn Joggen, Laufen, Walken, Fahrradfahrer etc. kannst du ja weiterhin machen. Der Frühling bietet ja sogar mit dem sonnigen und wärmeren Wetter eine angenehme Kulisse für Outdooraktivitäten.

Für alle anderen ist auch in Punkt Sport eine Struktur verschwunden. Doch keine Bange, es haben sich zu den bisher schon vorhandenen Kanälen noch neue Optionen eröffnet. Eine Auflistung findest du hier.

  • Fitness 
    • SC DHfK – Der Leipziger Sportverein stellt unter dem Motto „SC DHfK macht Schule“ virtuelle Sportstunden zur Verfügung. Das Angebot richtet sich zwar in erster Linie an Kinder. Aber hey, wer sagt, dass wir Eltern nicht mal mit den Kids gemeinsam trainieren können?! Die Dauer der Sportstunde bewegt sich im Rahmen von ca. 20 Minuten.
    • Fitness Blender(englischsprachig, kostenlos)Ich nutze schon einige Jahre gern online Fitnessangebote. Meine Favoriten in diesem Bereich sind hier eindeutig Daniel und Kelli Segars. Ein Ehepaar (beide Personal Trainer), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fitness und Sport für jeden verfügbar und zugänglich zu machen, völlig unabhängig von Einkommen und Öffnungszeiten. Die beiden bieten verschiedene Stile (HIIT, Pilates, Gewichttrainin, Yoga etc.) in Videos mit verschiedener Dauer an, so dass du je nach Laune, Fitness und Zeit auswählen kannst, was du heute trainieren möchtest. Die Videos sind auch auf YouTube zu finden.

 

Bücher/Hörbücher

 

Bücherstapel

via unsplash

Es gibt zahlreiche Seiten im Netz, auf denen du kostenlos Bücher lesen, Hörbücher hören und downloaden kannst. Hier findest du eine kleine Auflistung.                                                                                                              

  •  Deutsch:
    • Sternchenland – mehr als 5500 Bücher (Belletristik und Lexika) kostenlos lesen und downloaden, als PDF, AZW3 (Kindle) und EPUB
    • BookRix – Zehntausende kostenlose Bücher verschiedener Kategorien von neuen, aufstrebenden Autoren
    • Ebook.de – hier gibt es günstige, normalpreisige und kostenlose Bücher (der Link führt dich zu den Gratis-Büchern)
    • Onleihe – Wenn du einen Bibliotheksausweis hast, kannst du dich in der Onleihe anmelden und Bücher, Hörbücher, Zeitungen etc. ausleihen. Die Leihfrist ist beschränkt.
  • Englisch:
    • Paulo Coelho – bietet einige seiner Bücher als kostenlosen Download (auch in Französisch und Spanisch)
    • Archive.orgeine non-profit-Bibliothek mit unzähligen Medien in verschiedenen Formaten. Bücher in verschiedenen Kategorien

 

  • Hörbücher:
    • Vorleser.net – kostenlose Hörbücher und Hörspiele als Stream oder als Download. Die Hörbücher sind meist von gemeinfreien Büchern ( d.h. der Todestag des Autors liegt mehr als 70 Jahre zurück), und deshalb meist Klassiker
    • Ohrka – hier findest du an die 100 Hörbücher, Hörspiele und Reportagen für Kinder. Ohrka ist ein gemeinnütziges Projekt, das unter anderem vom Familienministerium und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird. Durchweg hochwertige Produktionen mit teilweise prominenten Sprechern (etwa Das Dschungelbuch, gelesen von Anke Engelke)
    • WDR Hörspielspeicherbietet dir kostenlose Hörspiele aus verschiedenen Programmen
    • BR Hörspielpool – Der bayerische Rundfunk hat ein großes Online-Archiv mit hochwertig produzierten Hörbüchern, Hörspielen, die kostenlos heruntergeladen werden können
    • SWR2 Hörspiele und Hörspiel-Serienauch hier findest du eine Auswahl an Produktionen des SWR

Filme/Dokus

Filme, 3 Menschen schauen TV

via unsplash

Da wir ja nicht immer nur Lernen, Lesen, Musik hören oder Sport machen wollen und können, habe ich hier einige kostenfreie mediale Angebote aufgelistet. Denn nicht jeder von uns hat Netflix & Co.

  • Mediasteak – hier findest du tägliche Empfehlungen mit dem Besten aus den Mediatheken, kostenlose Dokus, Filme und Serien. Kurz gesagt: Die Filetstücke der Mediatheken.

 

  • Dokustreams –   bietet kostenlos Dokumentationen und Reportagen der Öffentlich/Rechtlichen, die nach Themen, Sendern und Erscheinungsjahr sortiert werden können.

 

  • Popcorntime –  zeigt Filme von 1910 bis in die 2010er-Jahre for free.

 

  • Filmfriend –  Hier findest du Filme, Dokus, Serien und Kinderprogramm

 

 

Bildung/E-Learning für Kinder

Lernmaterial, Homeschooling, Zuhause Lernen

via unsplash

Es gibt einige Möglichkeiten Homeschooling zu betreiben. Bei uns gab es analoge und digitale Formate mit Lern- und Arbeitsaufträgen. Wichtig sind geplante und eingehaltene Lern- und Pausenzeiten.

Darüber hinaus gibt es einige Angebote im Netz, mit denen Eltern und Kinder sich bilden können, damit es nicht zu langweilig wird.

  • Internet
    • mdr WissenLernen trotz Corona mit Videos auf YouTube 

 

    • WDR Schule digital   Der Campus Wissen des WDR stellt mediale Beiträge des ARD und Lernaufgaben zur Verfügung

 

 

    • Der Bayrischer Rundfunk bietet in seiner Mediathek „Lernen daheim“ mit Videos und Beiträgen ein Programm für ältere Schüler

 

    • Planet Wissen vom ARD stellt Sendungen zu allen relevanten Unterrichtsfächern bereit. Zeitnah sollen auch noch Lernaufgaben abrufbar sein.

 

    • Planet Schule ist eine Plattform des SWR und WDR. Hier findest du Filme, Lernspiele, Simulationen und Apps für alle Schulfächer. Zu den jeweiligen Themen gibt es auch Lernmaterialen. Für Grundschüler gibt es spezielle Angebote.

 

Musik / Konzerte

 

Auch wenn du jetzt zuhause bleibst, musst du nicht auf Konzerte verzichten. Vielleicht warst du ja auch noch nie bei einem klassischen Konzert ( so wie ich) und nutzt jetzt die Gelegenheit zu einem kleinen virtuellen Ausflug. 🙂

Musiker im Konzert

via unsplash

 

  • Clubszene

    • United we streamist ein Projekt der Berliner ClubsZusammen mit arte Concert wird allabendlich ein Programm aus DJ-Sets und Livemusik, aber auch Gesprächsrunden und Filme soll es zu sehen geben. eden Abend von 19 bis 24 Uhr spielen DJs via Livestream.

 

  • Rock & Pop

    • TV Noir – Allabendlich gibt es „Wohnzimmerkonzerte“ verschiedener Künstler. Der Kauf eines Tickets unterstützt die Künstler.
    • Songkick – „The show must go on, right?!“ unter diesem Motto präsentiert die „Konzertsuchmaschine“ Songkick Konzerte verschiedener Künstler aus unterschiedlichen Genren via Livestream. Durch den Kauf von Merch und Alben kannst du deine Künstler unterstützen.

 

 

 

 

Museen/ Virtuelle Ausstellungen/Virtuelle Rundgänge

Kind im Museum, Kunst, Virtuelle Ausstellung

via unsplash

Google Arts & Cultures bietet dir die Möglichkeit, die größten Museen der Welt zu besuchen, ohne von der Couch aufzustehen. Klick auf den Link, dann auf Explore und los geht’s. Viel Spass dabei!

 

 

 

 

 

 

 

Notfallkoffer für die Seele

Der „Notfallkoffer“ für die Seele in kritischen Zeiten

„Krisen sind Veränderungen und rufen Veränderungen hervor. Kein Mensch kann Krisen vermeiden. Entscheidend ist,  ob sie und wie sie bewältigt werden.“ (U.Baer, 1999)

Seit einigen Tagen erst herrscht hier in Deutschland ein ziemliches Chaos.

COVID 19 lähmt nicht nur unser gesellschaftliches, öffentliches Leben. COVID 19 lähmt auch mich. Der Einfluss des Virus ist trotz der kurzen Zeit schon immens. Ich spüre wie stetig Sorge und Panik in mir hochkriechen, weil diese Situation gleichzeitig ungewohnt und verunsichernd ist. Sorge um die Gesundheit meiner Familie, Eltern und Freunde. Und Sorge darüber, was dieser Ausnahmezustand mit und aus unserer Gesellschaft macht.

Für Menschen, die auch im „normalen“ Alltag unter ihren psychischen Erkrankungen leiden, kann die derzeitige Situation nicht nur zur Zerreißprobe werden, da gewohnte, stabilisierende Strukturen weg brechen und soziale Isolation noch mehr isoliert, als es die gelebte psychische Krankheit ohnehin schon tut. Schlimmer. Die momentanen Umstände können schlichtweg zu einer psychischen Krise führen.

Für mich selbst bedeutet mein Beruf im Krankenhaus zwar Struktur, da aber der direkte Kontakt mit (Risiko-) Patienten besteht, sorgt dieser Alltag nur bedingt für ein Sicherheitsgefühl. Die Stabilität ist am Wanken. Jeden Tag ein wenig mehr. Und doch fühle ich mich nicht allein oder abgeschnitten von der Welt. Das ist gut.

Gleichzeitig gibt viele Menschen, denen dieser kleine „Trost“fehlt und die nicht wissen, wie sie mit ihren Ängsten und Nöten umgehen sollen.

Wenn du dich angesprochen fühlst, ganz unabhängig davon, ob bei dir eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde oder nicht, wenn du durch Arbeitsausfall oder Quarantäne zuhause festsitzt, wenn Angst und Isolation dich an deine Grenzen bringen, dann möchte ich dir hier einige Tipps geben, wie du gut für dich und deine Seelische Gesundheit sorgen kannst. Immer und gerade in kritischen Zeiten.

Ein Notfallkoffer für die Seele

Damit kein Gepäckstück gemeint, sondern eine Liste von Dingen und Möglichkeiten, die dir helfen, wenn du in einer schwierigen und belasteten Phase bist.

Im Idealfall „packst“ du deinen Notfallkoffer, wenn es dir gut geht und du dich stabil fühlst. Mein Auflistung dient natürlich nur als Beispiel. Probier aus, was sich gut für dich anfühlt und was für dich funktioniert.

1. Atmen                                                                                                                   (hierfür kannst du gern einen Timer auf 5 oder 10 Minuten stellen)

Konzentriere dich auf deinen Atem.  Schliesse dabei gern die Augen.                                                                           Beobachte (spüre), wie sich dein Brustkorb beim Atmen hebt und senkt.                                      Atme langsam und tief durch die Nase ein, halte kurz an und atme langsam und bewusst wieder durch den Mund aus.                                                                                         Beobachte (spüre), wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt.                                            Wenn Gedanken dich ablenken, komm bewusst wieder zu deinem Atem zurück.             Kommen Gefühle auf, schau sie an, spür nach (sie dürfen da sein) und wende deine Aufmerksamkeit wieder deinem Atem zu.                                                                                 Ist die Zeit um, spürst du vielleicht schon, dass du dich ruhiger fühlst.

Diese Übung kannst du (nahezu) jederzeit und an jedem Ort durchführen.                               Ich lege dabei meine rechte Hand auf meinen Brustkorb, unter dem Schlüsselbein, da. ich diese Berührung zusätzlich beruhigt.

2. Düfte

Ätherische Öle können einen positiven Effekt auf deine Stimmung und Gefühle haben. Beim Einatmen der Düfte werden verschiedene Hirnareale angesprochen, wie zum Beispiel die, die das endokrine System (Hormone), das limbische System (Gefühle)  und das Immunsystem (Abwehrkräfte) kontrollieren.                                                             Die verschiedenen Düfte haben unters niedliche Wirkungen.

  • Stimulierend :    Zitrone, Limette, Grapefruit, Eukalyptus, Rosmarin, Lemongrass
  • Aufhellend : Bergamotte, Grapefruit, Ylang-Ylang, Petit Grain
  • Beruhigend : Lavendel, Mandarine, Orange, Vanille, Kamille
  • Tröstend : Vanille, Sandelholz, Mandarine, Geranie

Entweder du benutzt eine Aromaöl-Lampe, einen Diffuser oder du beträufelst ein Taschentuch mit dem Duft deiner Wahl.

3. Bewegung/ nach draussen gehen

Alternativ setzt du dich ans offene Fenster oder auf den Balkon.                                           Atme die frische Luft ein. Was riechst du? Hat es gerade geregnet? Spürst du den Sonnenschein auf dem Gesicht oder hörst du die Blätter der Bäume im Wind rascheln? Schau mal nach oben in den Himmel, ein Perspektivwechsel kann schon viel bewirken.

Versuch es, auch wenn du keine wirkliche Lust dazu verspürst. Verhandle eine Zeitspanne mit dir selbst. Und belohn dich auch gerne danach dafür. Du wirst merken, dass es dir gut tut, auch wenn es dich zuerst Überwindung kostet.

4. Sport/Yoga/Pilates

Sport und Yoga können aber helfen Angstgefühle und Depressionen zu bewältigen. Denn bei sportlicher Bewegung werden sogenannte Wohlfühlhormone (Endorphine) wie Serotonin und Dopamin ausgeschüttet.                                                                              Yoga hat hingegen eine eher ausgleichende Wirkung, da Atem und Bewegung miteinander fließen. Doch auch Yoga kann anstrengend sein und dich zum Schwitzen bringen.

Und das Beste. Dafür musst du gar nicht zwingend vor die Tür.                                           Es gibt zum Beispiel bei Youtube einige gute Kanäle, die dich beim Yoga oder Pilates anleiten. Ich mag den Kanal von Mady Morrison, dort findest du Yoga und Fitness-Videos für Anfänger und Fortgeschrittene.                                                                               Für Pilates kann ich den Happy and Fit Kanal empfehlen.

(Die genannten Kanäle sind meine Favoriten. Die Nennung erfolgte nur als Empfehlung und ist somit unbezahlte Werbung.)

5. Social-Media und News-Fasten

Fakenews, Panikmache, Ignorante Posts, Perfect-Life Posts, ….das alles kann schnell zur Belastung werden. Für mich war das besonders in den letzten Wochen immer stärker spürbar. Die Grenze zwischen der Suche und dem Finden von Informationen und einem Overload an Neuigkeiten ist fliessend.                                                                                                               Wenn du spürst, wie sich deine Stimmung beim Lesen, Hören, Video- Schauen verändert, drück einfach die Stopp-Taste. Gönn dir eine Social-Media und News Pause. Lies statt dessen das Buch, welches du schon immer lesen wolltest. Schau dir ein paar der Filme und Serien an, die auf deiner Watchlist stehen. Hör Hörbücher oder Podcasts, die sich nicht mit dem Angstthema beschäftigen.

6. In Kontakt bleiben

Du bist nicht allein. Auch wenn du das Haus nicht verlassen kannst oder möchtest, kannst du in Kontakt bleiben. Es tut gut, sich mit jemandem über deine oder ihre/seine Sorgen auszutauschen. Ruf deine Freunde und/oder Familie an oder schreib Ihnen eine SMS. Bleib in Kontakt mit dir selbst und anderen.                                                                     Falls du nicht weißt, wohin du dich wenden sollst HIER findest du Notfallkontakte.

7. Ernähre dich bewusst

Frisches Gemüse und Obst sowie hochwertiges Protein sollten die Grundlage deiner Ernährung bilden, ebenso wie Vollkornprodukte und gesunde Fette. So führst Du Deinem Körper die nötigen Vitamine und Mineralstoffe zu. Alkohol und Nikotin sowie Zucker, Weißmehl und Stärke solltest du meiden. Bewusstes Essen und regelmäßige Mahlzeiten tragen dazu bei, dass Du nicht ungewollt abnimmst oder Dich Heißhungerattacken überkommen. Konzentrier dich beim Zubereiten und beim Essen auf Geruch, Geschmack und Konsistenz der Lebensmittel. Setz dich hin, deck den Tisch und nimm dir Zeit. Und freu dich darüber, dass du damit gerade selbst ein Geschenk machst.

8. Raus aus dem Gedankenkarussel

Gedanken können ganz schön laut sein. Grübeln kann dich emotional und in gewisser Weise auch körperlich lähmen. Meine Therapeutin hat mir geraten, mir beim Aufpoppen negativer oder beängstigender Gedanken immer diese Fragen zu stellen:

  • Ist der Gedanke hilfreich für mich oder nicht?
  • Basiert der Gedanke auf Fakten? Oder auf einer Vorstellung?
  • Möchte ich dem Gedanken die Möglichkeit geben, in meinem Tag oder dem aktuellen Moment, Raum einzunehmen?

Sag laut „Stopp“ und versuch deine Aufmerksamkeit mithilfe von Achtsamkeitsübungen (siehe oben) auf etwas anderes zu lenken.

Notfallkoffer für die Seele, Ruhepyramide Gege Panik

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einige Anregungen für deinen „Notfallkoffer“ geben. Schreib dir ruhig eine Liste, auf der du notierst, was dir im Falle eines Falles gut tut, was du erprobt hast oder ausprobieren möchtest.

Schreib dir auch ruhig jeden Tag auf, was du geschafft hast. Selbst wenn es nur Aufstehen, Zähne putzen und Essen war. Du hast ETWAS geschafft und somit für dich gesorgt.

Falls dir noch andere Punkte einfallen, um die ich meine Liste ergänzen könnte, lass es mich wissen. Ich freu mich über jede Art Input. Sharing is caring!

Sei mutig, kleines Herz!

K.

 

über die wir nicht sprechensymptome psychischer Erkrankungen

9 Symptome psychischer Erkrankungen, über die wir nicht sprechen

Ein Leben mit Depressionen, einer Angststörung, mit emotionalen Instabilität oder mit einer Essstörung ist von vielen Merkmalen geprägt.

Zum einen gibt es die Symptome, die man in den medizinischen Definitionen der Erkrankung aufgelistet findet.

Doch es gibt auch Dinge, die mit einer psychischen Erkrankungen einhergehen, über die wir nicht so gern sprechen. Doch Ihren Einfluss auf unser tägliches Leben können wir nicht leugnen, denn er ist immens.

Genau aus diesem Grund möchte ich hier darüber schreiben. Warum fällt es so schwer darüber offen zu reden? Weil es sich anfühlt, wie ein Geständnis. Wie das Aufzeigen eines oder mehrerer eigener Makel. Als wäre die Diagnose einer psychischen Dysfunktion nicht schon Makel genug.

Hier findest du also eine Auflistung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) der Symptome, über die wir nicht gern sprechen.

1. Grundloses Weinen

Die Tränen fliessen, plötzlich und scheinbar ohne Grund. Etwas „belangloses“ wie das Marmeladenbrot, welches mit der Marmeladenseite auf den Boden fällt, kann dazu führen, dass du in Tränen ausbrichst. Du hast stets das Gefühl, deine Tränen warten nur auf den Moment, in dem sie laufen können.

2. Abdriften

Du starrst gefühlt seit einer Ewigkeit auf einen unbestimmten Punkt und verlierst dabei das Gefühl für Raum und Zeit. Du schaust einen Film oder hörst jemandem zu und driftest dabei geistig fort, so dass du dich nicht erinnern kannst, welche Szenen gerade liefen oder was dein Gegenüber gerade gesagt oder gefragt hat. Ganz so, als ob du „woanders“ warst.

3. Schuld

Du fühlst dich schuldig, weil dir die Kraft fehlt, für deine Familie und Freunde da zu sein. Du fühlst dich schuldig, weil du die Zeit von Ärzten und/oder Therapeuten beanspruchst. Du fühlst dich schuldig, weil du bist, wie du bist. Weil du nicht genug bist. Schuldgefühle sind allgegenwärtig und du fühlst dich, als würdest du in Ihnen versinken

4. Vergesslichkeit

Du gehst in die Küche und vergisst, warum du dorthin gegangen bist. Du verlässt die Wohnung und als die Tür ins Schloss fällt, bemerkst du, dass der Wohnungsschlüssel noch in der Wohnung ist. Du verpasst Termine, die du dir nicht notiert hast. Alles, was du dir nicht aufschreibst gerät in Vergessenheit. und manchmal sogar das, was du dir aufgeschrieben hast.

5. Gereiztheit

Dir fällt ein Glas aus der Hand, die Einkaufstüte reisst oder jemand rämpelt dich aus Versehen an. Dinge, die passieren können und die ärgerlich sind. Aber für dich ist es, als ob in dir ein Vulkan ausbricht. Dich bringt die buchstäbliche „Fliege an der Wand“ dazu, aus der Haut zu fahren. Dein zweiter Name könnte Rumpelstilzchen sein.

6. Mangelnde Libido

Körperliche Nähe und/oder Berührungen, die über eine „unschuldige“ Umarmung hinaus gehen, fühlen sich nicht mehr gut an. Im Gegenteil. Sie werden zu etwas Unangenehmen. Das kann gerade in Partnerschaft zu einigen Spannungen führen. Auch Medikamente können dies auslösen oder verstärken.

7. Probleme den Haushalt zu bewältigen

Der Abwasch türmt sich in Bergen, die Wäsche ebenso. Die Fensterscheiben lassen gerade noch so Licht herein und die Staubschicht auf den Möbeln bewegt sich, wenn du vorbeigehst. Du schämst dich dafür und magst wegen dem Zustand  deiner Wohnung niemanden mehr zu dir einladen. Dich aufzuraffen und die Energie zum Putzen aufzubringen erscheint wie eine unlösbare Aufgabe.

8. Probleme mit der Nahrungsaufnahme

Entweder verlierst du ganz und gar den Appetit, vergisst zu Essen oder zu Trinken. Du verlierst somit einiges an Gewicht und leidest unter Müdigkeit, Kopfschmerzen und Energielosigkeit. Oder du versuchst die innere Leere mit Essen zu füllen. Passiert dies über einen längeren Zeitraum, ist eine Gewichtszunahme die Folge. Auch Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfung oder Sodbrennen können auftreten.

9. Mangelnde Hygiene

Energielosigkeit und mangelnde Motivation führen dazu, dass du die Körperhygiene vernachlässigst. Deine Zähne putzt du höchstens 1x am Tag, wenn überhaupt. Die Haare werden nicht gewaschen und auch nicht gebürstet. Waschen und Duschen werden zu Fremden. Bettwäsche, Handtücher, deinen Pyjama wechselst du für Wochen nicht. Es kostet einfach zu viel Kraft.

 

Einige der genannten Dinge mögen „harmlos“ erscheinen. Andere entsetzlich beschämend. Doch Wertung ist in diesem Fall niemandem eine Hilfe.

Du Musst Dich Nicht Schämen. Du bist nicht ALLEIN!

Wenn du von diesen oder anderen Symptomen betroffen bist, scheu dich nicht, mit jemanden darüber zu reden. Hol dir Hilfe. Falls du nicht weißt an wen du dich wenden sollst, hier habe ich einige Notfallkontakte hinterlegt.

Falls dir noch mehr Symptome einfallen, die so in keinem Lehrbuch stehen, erzähl mir gern in den Kommentaren oder per Mail davon.

Sei mutig, kleines Herz

K.

 

 

 

Yin Yoga Detox Workshop mit Frances im Ashtanga Yogaloft Leipzig

 

Kennst du das…du kommst in einen Raum und es duftet herrlich? Zum Beispiel nach Zitronengras. Du schaust dich um und suchst nach der Quelle des Duftes. So ging es  mir vor einigen Wochen. Ich ahnte es schon und dann sah ich den kleinen Difussor auf der Fensterbank stehen und musste schmunzeln. Denn auch in meinem Wohnzimmer steht ein Exemplar, die es meines Wissens nach leider noch nicht plastikfrei gibt, und beduftet uns. „Wie zuhause“ dachte ich und mein Wohlfühllevel stieg sofort .

Mmmmhhh….wie das hier duftet.

Frances Frühauf, Yin Yoga Teacher im Ashtanga Yogaloft, Leipzig

Wo war ich eigentlich? Im Ashtanga Yogaloft hinter dem Westwerk. Warum war ich da? Frances gab einen Yin Yoga Detox Workshop.

Ich praktiziere schon seit einigen Jahren Yoga. Mehr oder weniger regelmäßig. Ich bin Autodidakt und mach mein Yoga gern daheim für mich. Da ich mir jedoch für dieses Jahr (und auch für die folgenden Jahre, ach sagen wir einfach für den Rest meines Lebens) vorgenommen habe, mich mehr und bewusster um mich selbst zu kümmern dachte ich, es könnte nichts schaden, mal einen Workshop zu besuchen. Zumal ich mich bisher noch nicht mit Yin Yoga beschäftigt hatte. auf der Suche nach Workshops in Leipzig führte mich Google zum Ashtanga Yogaloft.

Ursprünglich wollte ich auch den Ashtanga Workshop machen, der am Samstag stattfand. Doch mein „XBauchX“ (schmerzender Bauch durch Magenentzündung und Reizdarm) ließ das nicht zu. Yin Yoga schien mir aber machbar zu sein.

Wieso? Und was ist eigentlich Yin Yoga?

Yin Yoga ist, im Gegensatz zu dynamischen und aktiven Yogaformen wie Ashtanga Yoga oder Vinyasa Yoga, eine eher passive Yogaform. Die Asanas sind vorwiegend sitzen oder liegend und werden bis zu 5 Minuten gehalten. So kann man sich mit jedem Atemzug tiefer in das Asana begeben. Der Atem fließt ruhig und gleichmäßig, während du Dehnung spürst und Entspannung erfährst.

Es werden auch Kissen, Yogablöcke und Decken verwendet, um bei jedem ausgeführten Asana so bequem und entspannt wie möglich zu sein. Yin Yoga ist auf eine Art meditativ und auf eine andere Art energetische Körperarbeit. Blockaden sollen gelöst werden, um das Chi (Lebensenergie) wieder frei fließen lassen zu können. Dafür werden auch bestimmte Punkte auf den Körpermeridianen (Energiebahnen) mithilfe von Akupressur stimuliert.

Yin und Yang…kennste oder?

Bei Yin und Yang fällt dir bestimmt direkt das schwarz-weiße Symbol ein, oder? Doch was steckt dahinter? Yin und Yang sind zwei Aspekte unseres Lebens, die zwar gegensätzlich sind, die aber eine Einheit bilden und nicht voneinander zu trennen sind. Sie ergänzen sich.

Yin beutetet „schattig“ und steht für die weibliche Energie. Dem Yin werden Eigenschaften wie erdig, beständig, ruhig, kühl und sanft zugeordnet.

Yang bedeutet „sonnig“ und steht für die männliche Energie. Dem Yan werden Eigenschaften wie extrovertiert, dynamisch, leistungsorientiert, heiß und kraftvoll zugesprochen.

Yin und Yang, so soll es das Symbol auch darstellen, steht für eine Dualität die stets in Bewegung ist. Wenn wir aktiv sind, wenn wir arbeiten, Sport machen, wenn wir in Schwitzen kommen sind wir  im Yang. Wenn wir zur Ruhe kommen, meditieren, uns entspannen dann sind wir mehr im Ying. Es ist wichtig, beides in Balance zu halten.

Wie war denn jetzt der Workshop?

Wir waren 10 Teilnehmer plus Frances, die uns durch den Workshop geführt hat. Es war Sonntag Vormittag. Die Sonne schien durch die Fenster des Yoga-Lofts. Von draußen klangen Stimmengewirr und Musik herein. Es war Kiezflohmarkt am Westwerk. Mein Weg zum Loft führte mich schon an allerlei Interessantem vorbei. Aber es war zehn vor 11 Uhr. Keine Zeit. Mein „SchnickSchnackHerz“ blutete ein wenig, denn mir blieb auch nach dem Workshop keine Gelegenheit, noch an den Ständen vorbeizuschlendern. (Fear of missing out schlug zu😅)

Kiezflohmarkt am Westwerk, Leipzig

Der Raum war, wie oben schon erwähnt, erfüllt von Zitronengras-Duft. Als wir die Fenster schlossen kehrte auch Ruhe ein. Die Yogamatten waren sternförmig angeordnet und in deren Mitte stand ein Ensemble aus Kerzen, Blumen und Getränken. Die Mischung aus gespannter Stille, gedämpften Geräuschen von draußen und dem warmen Sonnenlicht auf dem Holzboden schuf eine beruhigende Atmosphäre.

 

Das Ashtanga Yogaloft , Leipzig

„Mein“ Platz beim Yin Yoga Detox Workshop

Nachdem Frances sich vorgestellt und Begrüßungsworte gesprochen hat, ging es auch schon mit einer Übung los. Wir sollten uns einen Partner suchen, dem wir 3 Fragen stellen sollten.

Wir sollten nur zuhören, den anderen anschauen und ihm Raum für sich und seine Gefühle geben. Gerade war ich noch erleichtert, dass es keine allgemeine Vorstellungsrund gab. Doch jetzt wurde mir mulmig. Ich spürte schon beim Betreten des Raumes, daß ich an diesem Tag sehr emotional war und auch viel „Gepäck“ dabei hatte. Ich mag es nicht, vor fremden Menschen in Tränen auszubrechen. Es Die Chance, dass genau dies hier passieren würde stand aber ziemlich hoch. Die Paare fanden sich recht schnell, sie waren nahezu alle schon als Paare gekommen. Als ich nach links schaute, saß da ein junger Mann. Ein fragender Blick, ein Kopfnicken und wir waren Übungspartner.

Die Übung war interessant. Ich hörte, was er mir sagte. Ich sah, wie ihn das bewegte und spürte, wie tief das ging. Auch bei mir als Zuhörer. Da war plötzlich eine Nähe, obwohl mir dieser Mensch fremd war. Dann war ich an der Reihe. Und ich konnte recht distanziert antworten. Nach außen. In mir rumorte es. Ohne Tränen allerdings. Zu sehen, was meine Worte beim Gegenüber auslösten war auch bewegend. Als Abschluss sollten wir uns in Dankbarkeit für 1 Minute in die Augen blicken. Hast du das schon mal probiert? Ich habe das als eine ziemlich spezielle, intensive Erfahrung erlebt.

Diese Übung hat also erste emotionale Schleusen geöffnet. Es folgte ein wenig Theorie über die TCM (traditionelle chinesische Medizin) und den anatomischen Verlauf der Meridiane. Wir suchten, fanden und pressten Triggerpunkte. Danach stimmte Frances uns mit ihrer ruhigen, sanften Stimme und einer Meditation auf die Übungen mit den Asanas ein. Die Meditation war sehr aufschlussreich, da sie meine mentalen Schranken für einen Moment öffnete. Ich weinte. Still. Befreiend. Mit geschlossenen Augen. Ich sah mir mein „Gepäck“ an. Ich visualisierte es. Und sah auch einen Weg vor mir. Den Weg, den ich gehen möchte. Die Praxis der Asanas empfand ich als angenehm. Obwohl ich die Dehnungen teilweise als Spannung empfand. Kein Wunder. In den letzten Monaten war ich yogamäßig ganz schön schludrig geworden.

Mein Fazit

Was ich am Ende des Workshops als sehr präsent empfunden habe, war die Ruhe, die sich in mir ausbreitete. Irgendwie fühlte ich mich losgelöst. Frei von Anspannung. Frances hat die Grundlagen in der Kürze der Zeit sehr gut vermittelt. Für Fragen war stets Raum und wenn jemand bei der Praxis Hilfe brauchte, war Frances direkt da und half.

Momente, wie dieser Workshop lassen mich das Leben lieben. Begegnung, Erfahrung. Mit mir selbst.

Hast du schon Erfahrungen mit Yin Yoga gemacht? Erzähl mir gern in den Kommentaren davon.

Liebe Grüße Kat 🙂

PS: Frances gibt jeden Mittwoch von 20-21.30 Uhr eine Yin Yoga Klasse im Ashtanga Yogaloft.