Alle Artikel in: Gedankensplitter

Das ist dein Weg!

Du. Du hast ein Trauma erlebt. Du hast die Angst, den Schmerz und die Erinnerung bei dir. Immer. Doch unser Gedächtnis gönnt uns auch Pausen. Du hast einen Weg gefunden, mit dem Erlebten zu leben, weiterzuleben. Nach vorne zu blicken und zu gehen. Die Spuren lassen sich nicht verwischen. Aber du kannst lernen, sie zu lesen. Und loszulassen. Das Festhalten an Gefühlen wie Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und Groll, ja, vielleicht auch Hass, raubt so viel Kraft und Energie. Wenn du loslässt, dann kannst du all diese Kraft für dich nutzen. Niemand hat das Recht, dich für deinen Weg der Akzeptanz und für deine Bewältigungsarbeit zu verurteilen. Niemand hat das Recht, in Frage zu stellen, wie du überlebt hast. Dies ist der Grund warum du heute hier bist. Niemand hat gesagt, es würde einfach werden. Aber wenn du deinen Frieden nach einem Trauma gefunden hast oder noch dabei bist, ihn zu finden solltest du dich nicht aufhalten lassen. Ratschläge. Mentale Unterstützung. Verständnis. Sind so wichtig und gut. Schuldgefühle erzeugen, Dir das Gefühl geben, dich ständig rechtfertigen …

Wenn heute einer dieser Tage ist

Es gibt Tage, an denen ich aufwache und sofort spüre, heute bin ich „Sensibelchen hoch 10“. Meist ist es ein Traum, der meine Ängste oder eine meiner größten Ängste thematisiert. Im Traum lebe ich quasi diese Angst, sie ist „real“, fühlt sich zumindest real an. Da ist dieser brennnende Knoten im Bauch. Wie diese Tage verlaufen ist nicht stets gleich. Und doch lässt sich ein Muster erkennen. An „sensibelsensiblen“ Tagen empfinde ich die Angst, zu versagen, nicht gut genug zu sein, verlassen zu werden als viel größer, präsenter und bedrohlicher als sonst. An diesen Tagen gibt es viel öfter Momente, in denen ich mich angegriffen, verwundbar und verletzt fühle. Der Wunsch, mich zu verkriechen ist sehr groß, um nicht zu sagen „omnipräsent“ . Das Wissen darum, dass dies nicht funktioniert, da man ja seinen alltäglichen Pflichten nachkommen muss und möchte, erzeugt nochmal Druck. Kurzum: Die Zündschnur ist kurz, die Haut ist dünn, die Negativkanäle sind offen (in beide Richtungen, nach innen und außen) und die Tränen warten nur darauf, kullern zu können. Was tun, an …

Entscheidungen

Gerade las ich einen Post über falsche und richtige Entscheidungen. Und jetzt beschäftigt mich die Frage, wer oder was eigentlich festlegt, ob eine Entscheidung falsch oder richtig ist? Gibt es überhaupt „falsche“ Entscheidungen? Jeden Tag, nahezu jeden Moment haben wir die Option zu wählen. Wir bestimmen die meiste Zeit selbst, wie unser Tag, wie unser Leben verläuft. Trinke ich Tee oder Kaffee am Morgen? Dusche ich abends oder morgens? Nehm ich den Bus oder das Auto? Gut….nicht alle Entscheidungen betreffen solche „banalen“ Dinge. Es gibt Momente, da geht es um mehr. Wir wählen eine Möglichkeit und diese bestimmt dann den weiteren Verlauf…unseres Tages, unseres Urlaubes unseres Lebensabschnitts. Manchmal geht es auch um mehr. Um existenzielles. Die Finanzen, die Wohnsituation, die Gesundheit. Doch am Ende des Tages ist es doch so, egal wie du dich entscheidest, du gewinnst immer, du lernst immer, du wächst immer. Daraus ergibt sich für mich, daß Entscheidungen vielleicht unbedacht, unklug sein können,aber nicht falsch.   (07.02.2019)

Diese Nächte

Diese Nächte. Wenn meine Gedanken ihren Weg nehmen.Ich spüre, wie Reue und Bedauern in mir aufsteigen, wie sauerer Magensaft.Es brennt im Hals, das Schlucken schmerzt. Der Geschmack lässt mich das Gesicht verziehen. Wenn ich zurückblicke. Wenn ich erinnere, wie meine Tochter, wie meine Töchter aufwachsen mussten und müssen.Sie erleben eine Mutter, die unglaublich liebt. Gleichzeitig war ich an so vielen dunklen Orten, dass es niemandem verborgen bleiben kann. Am allerwenigsten ihnen.Ich wünschte, ich könnte Ihnen all das geben, was ich vermisst habe. Was ich nicht verstanden habe. Doch das kann ich nicht.Wenn die Dunkelheit kommt, dann macht mir das Angst. Meiner Kinder wegen.Ich verwandele mich in eine Person, die ich nie sein wollte. Die ich niemandem zeigen möchte. Ich trage Schmerz in mir. Es ist alter Schmerz. 15.04.2019

Zugfahren

Während die dunkle Landschaft an mir vorbei rauscht, tanzen die Regentropfen auf der Fensterscheibe. Getrieben vom Wind.Wer sind all diese Menschen hier im Zug. Wo wollen sie hin. Wer wollen sie sein?Seit Wochen kreisen meine Gedanken darum, was eigentlich meine Rolle in diesem, meinen Leben ist.Ich drehe mich um mich selbst, versuche alten Schmerz zu überwinden, alte Wunden zu heilen.                                                                                                                 Versuche mit dem, was mir widerfahren ist bis jetzt, im Hier und Jetzt, im Heute zurecht zu kommen. Und stolpere immer wieder.Das ist frustrierend. Das kann doch nicht alles gewesen sein. 28.01.2019