Therapie-Gedanken
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Therapie Tag 1

Vor 9 Monaten saß ich hier. Voller Beklemmungen. Voller Scham. Voller Schuld. Und voller Hoffnung. ) Monate sind vergangen, in denen ich. mich beobachtet habe. Wachsam. Achtsam. Aufmerksam. Mir war wichtig, die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Im Grunde sprechen wir über die letzten 9 Monate. Ein Rückblick, der mir gar nicht so leicht fällt. So viele Dinge, die passiert sind. Kleinigkeiten. Davon eine Menge. Sowohl im Innen als auch im Außen. Es fällt auf, zuerst ihr und dann mir, daß ich keinen Satz richtig beenden kann. Ich kann weder die Flut meiner Gedanken sortieren, noch diese verständlich kommunizieren.

Die Aufforderung der Therapeutin, klar zu bleiben, meine Gedanken zu ordnen, nicht abzuschweifen, erfüllt mich einerseits mit Schuldgefühl. Andererseits ist da die Sorge, nicht verständlich ausdrücken zu können, was in mir vorgeht.

Die Therapeutin suggeriert Verständnis. Ich beruhige mich. Tränen laufen. Anspannung löst sich.

Konflikt ist mein Thema. Mein Angstthema. Besonders in meiner Rolle als Mutter, als Tochter, als Partnerin. Sobald ein Konflikt nur zu erahnen ist, legt sich bei mir ein Schalter um. Unbedingtes Vermeiden hat jetzt oberste Priorität. Nicht zu schaffen? Doch! Du musst!

Sie fragt: Was macht dir Angst? Was passiert, wenn du im Konflikt bist? Dann passieren Dinge, denke ich. Sage ich. Schlimme Dinge. Gewalt. Verlust. Schmerz. Liebesentzug.

Sie sagt: Das klingt nach Dingen, vor denen auch ich mich fürchten würde. 


Ein kindliches Verhalten, emotionales Zeitreisen zur kleinen Kathrin, ist ein weiteres Thema. Wieso gelingt es mir nicht, dieses Gefühl auszuhalten? Wenn ich doch schon erkenne, dass es ein „altes“ Gefühl ist. Ich bin kein Kind. Doch dieses Kind in mir ist laut. Es schreit, es ruft. Es fürchtet sich. Es will gehört werden. Es will gesehen werden.

Ich kann mit diesem Kind nicht umgehen. Es tut mir leid. Ich spüre Bedauern. Aber auch Hilflosigkeit.

Es macht mir Angst, wie dieses Kind zu sein. 

 

Photo by Tim Chow on Unsplash

2 Kommentare

  1. Yvonne sagt

    Wie sehr ich es nachfühlen kann..
    Doch es wird leichter werden.
    Nicht immer, aber von Zeit zu Zeit.
    Ich umarme dich. Und die kleine Kathrin gleich mit!
    Herzensgrüße, Yvonne

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