Alle Artikel mit dem Schlagwort: Akzeptanz

Sind wir nicht alle ein bisschen grün? – Die Initiative Grüne Schleife plus Give away

Sind wir nicht alle ein bisschen grün?   Ja! Fast. Statistisch gesehen jede*r Dritte im Laufe eines Jahres.  Hä?! Grün? Was soll das heißen? Ganz einfach. Statistiken zeigen, dass pro Jahr jede*r Dritte von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Das betrifft in Deutschland rund 18 Millionen Menschen und ihre Angehörigen. Das ist eine ziemlich hohe Zahl, finde ich. Wenn man bedenkt, wieviele der Betroffenen sich aufgrund des gesellschaftlichen Stigmas nicht trauen, offen darüber zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Ganz zu schweigen von dem Mangel an ambulanten Therapieplätzen, welcher zu unverhältnismäßig langen Wartezeiten führt. Ich selbst habe 9 Monate auf meinen Therapieplatz gewartet. Mein „Glück“   war und ist, dass mein Leidensdruck durch erlernte „Copingstrategien“ nicht akut hoch und somit Leib und Leben nicht in Gefahr war. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hat nun in Deutschland die Initiative Grüne Schleife ins Leben gerufen. Die Kampagne ist ein Aufruf zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz und weniger Diskriminierung seelischer Leiden. Das erklärte Ziel des Bündnisses und seiner Partner ist es: „Menschen jeden Alters …

Therapie Tag 3

    Wir sind bei der Familienanamnese. Sie gab mir einen ausführlichen, mehrseitigen Fragebogen zum Ausfüllen mit. in den ersten Tagen habe ich mich davor gedrückt, diesen Bogen auszufüllen. Dann dachte ich mir: Hey, sei mutig. Das ist deine Geschichte. deswegen sitzt du heute hier. Du hast dich entschieden, diesen Weg zu gehen. Du möchtest Antworten. Du möchtest Klarheit. Du möchtest herausfinden, wer Kathrin ist, wenn du all deine Ängste, Sorgen und Zweifel ablegst. Dies hier ist einer der vielen Schritte auf diesem Weg. Das ist DEIN Weg. Sei mutig kleines Herz und geh nach vorn, Schritt für Schritt. Im Innen herrscht Aufruhr. Will ich mich erinnern? An alles? Kann ich das? Im Außen herrscht Irritation, da ich mich beim Beantworten der Fragen in „meinen Schutzmantel“ hülle und nicht mehr viel kommuniziere. Aus Irritation wird im Außen Unzufriedenheit bzw. Angst, ich könnte von meinem Rückzug nicht wiederkehren. Zum Aufruhr im Innen gesellt sich Schuld. Ich möchte nicht, dass sich jemand abgelehnt fühlt. Ich kenne dieses Gefühl. Doch ich brauche gerade meinen Schutz. Wie kann ich …

5 Wege gut mit Wut umzugehen

Wut, dieses brennende, feste, stechende Ding in mir, welches mir das Gefühl gibt, gleich zu explodieren. Gehört zu mir, wie es auch zu dir gehört. Wut ist eine der Emotionen, die wir Menschen zu fühlen imstande sind. Wie gut! Denn Wut setzt ungeheure Kraft frei, Wut ist pure Energie. Wenn man aber nicht gelernt hat, diesem Gefühl Raum zu geben, es zu spüren ohne sich schlecht dabei zu fühlen, führt Wut in den meisten Fällen zu Konflikten, zerstörten Gegenständen oder auch Krankheiten.  Wie ich auch in meinem Artikel „Tut Wut Gut?“ erwähnt habe, ist uns oft schon als Kindern beigebracht worden, daß Wut ein negatives, unangebrachtes Gefühl ist.  Ein Beispiel: Mutter und Kind sind im Supermarkt. Das Kind entdeckt etwas, das es haben will. Sagen wir, eine Süßigkeit. Mama lehnt ab. Das Kind bekommt einen roten Kopf, ballt die Fäuste und fängt an zu schreien. Die anderen Besucher schauen sich nach der Szene um, schütteln die Köpfe. Mama fühlt Ärger, weil das Kind protestiert. Sie wird unruhig. Und sagt Sätze, wie : Hör auf wütend …

Tut Wut gut?

Neulich schickte mir meine jüngste Tochter eine WhatsApp Nachricht mit einem Sticker. Zu sehen war eine weibliche Person, die wütend das Gesicht verzog. „Mama, das bist du, wenn du wütend bist.“ schrieb sie. Erst musste ich grinsen und dachte so etwas wie : Ach dieses Kind. Dann fühlte ich mich unangenehm berührt, ich fühlte mich ertappt. Was war da los? Wütend zu sein, sich zu ärgern ist doch ein normales Gefühl. Ein Gefühl, das wir alle kennen und fühlen. Sollte man meinen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Wut ist ein negatives Gefühl. Negative Gefühle sind in unserer Gesellschaft nicht gern gesehen. Im Christentum gilt Zorn Wut sogar als Todsünde. So neigen wir Menschen dazu, negative Gefühle wegzuschieben, zu unterdrücken. Mir persönlich macht Wut oft auch Angst. Die Wut anderer Menschen, aber auch  meine eigene. Aus Wut entstehen Konflikte. Mit Konflikten kann ich gar nicht gut umgehen. Konflikte müssen vermieden werden. Konflikte können zu einem schmerzhaften Kontrollverlust führen. Konflikte führen zu Ablehnung. Diese z.T. unbewusste Überzeugung beruht auf meiner Prägung als Kind und meiner Erfahrung im …

Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit vom 27.09. – 14. 10.2019

„Heute schon für dich gesorgt?“ ist dieses Jahr das Motto der „Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit“. Zum 8. Mal lädt das Leipziger Bündnis gegen Depressionen e.V. alle 2 Jahre zu einem vielfältigen Programm rund um das Thema seelische Gesundheit ein. Mehr als 2 Wochen präsentieren verschiedene Veranstalter ein Programm mit vielen informativen, kursiven und präventiven Angeboten. Theateraufführungen, Schnupperkurse zum Thema Stressbewältigung, Vorträge, Wanderungen durch den Auenwald, Kinofilme, Yogakurse und eine Radtour sind nur einige der Aktionen. Die Akteure laden die Leipziger/innen und natürlich auch Gäste unserer Stadt dazu ein, sich mit der Thematik der Seelischen Gesundheit vertraut zu machen. Ziel und Wunsch der Veranstalter ist es über psychische Erkrankungen aufzuklären, Hilfsangebote und Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen, Vorurteilen und Stigmatisierung bezüglich psychischen Krankheiten entgegenzutreten. Hier kannst du einen Blick in das aktuelle Programmheft werfen.                              Programmheft der 8. Leipziger Wochen der Seelischen Gesundheit Ich lade dich hiermit 💙ich ein vorbeizuschauen. Vielleicht ist auch etwas für dich dabei. Das Leipziger Bündnis gegen Depressionen e.V. engagiert sich seit 10 Jahren für die Förderung des gesundheitlichen …

Das ist dein Weg!

Du. Du hast ein Trauma erlebt. Du hast die Angst, den Schmerz und die Erinnerung bei dir. Immer. Doch unser Gedächtnis gönnt uns auch Pausen. Du hast einen Weg gefunden, mit dem Erlebten zu leben, weiterzuleben. Nach vorne zu blicken und zu gehen. Die Spuren lassen sich nicht verwischen. Aber du kannst lernen, sie zu lesen. Und loszulassen. Das Festhalten an Gefühlen wie Verzweiflung, Ohnmacht, Wut und Groll, ja, vielleicht auch Hass, raubt so viel Kraft und Energie. Wenn du loslässt, dann kannst du all diese Kraft für dich nutzen. Niemand hat das Recht, dich für deinen Weg der Akzeptanz und für deine Bewältigungsarbeit zu verurteilen. Niemand hat das Recht, in Frage zu stellen, wie du überlebt hast. Dies ist der Grund warum du heute hier bist. Niemand hat gesagt, es würde einfach werden. Aber wenn du deinen Frieden nach einem Trauma gefunden hast oder noch dabei bist, ihn zu finden solltest du dich nicht aufhalten lassen. Ratschläge. Mentale Unterstützung. Verständnis. Sind so wichtig und gut. Schuldgefühle erzeugen, Dir das Gefühl geben, dich ständig rechtfertigen …