Autor: Kat G.

Wenn heute einer dieser Tage ist

Es gibt Tage, an denen ich aufwache und sofort spüre, heute bin ich „Sensibelchen hoch 10“. Meist ist es ein Traum, der meine Ängste oder eine meiner größten Ängste thematisiert. Im Traum lebe ich quasi diese Angst, sie ist „real“, fühlt sich zumindest real an. Da ist dieser brennnende Knoten im Bauch. Wie diese Tage verlaufen ist nicht stets gleich. Und doch lässt sich ein Muster erkennen. An „sensibelsensiblen“ Tagen empfinde ich die Angst, zu versagen, nicht gut genug zu sein, verlassen zu werden als viel größer, präsenter und bedrohlicher als sonst. An diesen Tagen gibt es viel öfter Momente, in denen ich mich angegriffen, verwundbar und verletzt fühle. Der Wunsch, mich zu verkriechen ist sehr groß, um nicht zu sagen „omnipräsent“ . Das Wissen darum, dass dies nicht funktioniert, da man ja seinen alltäglichen Pflichten nachkommen muss und möchte, erzeugt nochmal Druck. Kurzum: Die Zündschnur ist kurz, die Haut ist dünn, die Negativkanäle sind offen (in beide Richtungen, nach innen und außen) und die Tränen warten nur darauf, kullern zu können. Was tun, an …

Entscheidungen

Gerade las ich einen Post über falsche und richtige Entscheidungen. Und jetzt beschäftigt mich die Frage, wer oder was eigentlich festlegt, ob eine Entscheidung falsch oder richtig ist? Gibt es überhaupt „falsche“ Entscheidungen? Jeden Tag, nahezu jeden Moment haben wir die Option zu wählen. Wir bestimmen die meiste Zeit selbst, wie unser Tag, wie unser Leben verläuft. Trinke ich Tee oder Kaffee am Morgen? Dusche ich abends oder morgens? Nehm ich den Bus oder das Auto? Gut….nicht alle Entscheidungen betreffen solche „banalen“ Dinge. Es gibt Momente, da geht es um mehr. Wir wählen eine Möglichkeit und diese bestimmt dann den weiteren Verlauf…unseres Tages, unseres Urlaubes unseres Lebensabschnitts. Manchmal geht es auch um mehr. Um existenzielles. Die Finanzen, die Wohnsituation, die Gesundheit. Doch am Ende des Tages ist es doch so, egal wie du dich entscheidest, du gewinnst immer, du lernst immer, du wächst immer. Daraus ergibt sich für mich, daß Entscheidungen vielleicht unbedacht, unklug sein können,aber nicht falsch.   (07.02.2019)

Diese Nächte

Diese Nächte. Wenn meine Gedanken ihren Weg nehmen.Ich spüre, wie Reue und Bedauern in mir aufsteigen, wie sauerer Magensaft.Es brennt im Hals, das Schlucken schmerzt. Der Geschmack lässt mich das Gesicht verziehen. Wenn ich zurückblicke. Wenn ich erinnere, wie meine Tochter, wie meine Töchter aufwachsen.Sie erleben eine Mutter, die unglaublich liebt. Gleichzeitig war ich an so vielen dunklen Orten, dass es niemandem verborgen bleiben kann. Am allerwenigsten ihnen.Ich wünschte, ich könnte Ihnen all das geben, was ich vermisst habe. Was ich nicht verstanden habe. Doch das kann ich nicht. Wenn die Dunkelheit kommt, dann macht mir das Angst. Meiner Kinder wegen.Ich verwandele mich in eine Person, die ich nie sein wollte. Die ich niemandem zeigen möchte. Ich trage Schmerz in mir. Es ist alter Schmerz. 15.04.2019

Zugfahren

Während die dunkle Landschaft an mir vorbei rauscht, tanzen die Regentropfen auf der Fensterscheibe. Getrieben vom Wind.Wer sind all diese Menschen hier im Zug. Wo wollen sie hin. Wer wollen sie sein?Seit Wochen kreisen meine Gedanken darum, was eigentlich meine Rolle in diesem, meinen Leben ist.Ich drehe mich um mich selbst, versuche alten Schmerz zu überwinden, alte Wunden zu heilen.                                                                                                                 Versuche mit dem, was mir widerfahren ist bis jetzt, im Hier und Jetzt, im Heute zurecht zu kommen. Und stolpere immer wieder.Das ist frustrierend. Das kann doch nicht alles gewesen sein. 28.01.2019

Vogel am Himmel

Ich bin noch hier!

Wie schnell kann denn bitte die Zeit vergehen? Schon wieder sind Wochen vergangen, in denen ich hier nichts geteilt habe. Aus verschieden Gründen. Alle hier aufzuzählen würde keinen Sinn machen. Ein ziemlich gewichtiger ist jedoch, dass ich mir nicht sicher war, wie dieses Format hier aussehen soll. Ich bin schlichtweg nicht der versierte und ausschließliche Artikelschreiber.               Oft sind es eher lose Gedanken, kurze Absätze, Randnotizen. Bisher habe ich es vermieden, sie hier zu veröffentlichen.                                               Ein Blog mit Mehrwert sollte doch anders aufgebaut sein. Oder? Gleichzeitig habe ich genau diese Dinge vor dem Blog immer geteilt. Und es gab/gibt Menschen die genau diese Stücke gern gelesen haben. Mit diesem Blog wollte ich einen Ort erschaffen, an dem ich all das, was in meinem Kopf herumschwirrt sammeln kann. An dem ich all das teilen kann, für die, die es interessiert. Mein Ort, an dem ich herzmutig sein …

Therapie Tag 1

Vor 9 Monaten saß ich hier. Voller Beklemmungen. Voller Scham. Voller Schuld. Und voller Hoffnung. ) Monate sind vergangen, in denen ich. mich beobachtet habe. Wachsam. Achtsam. Aufmerksam. Mir war wichtig, die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Im Grunde sprechen wir über die letzten 9 Monate. Ein Rückblick, der mir gar nicht so leicht fällt. So viele Dinge, die passiert sind. Kleinigkeiten. Davon eine Menge. Sowohl im Innen als auch im Außen. Es fällt auf, zuerst ihr und dann mir, daß ich keinen Satz richtig beenden kann. Ich kann weder die Flut meiner Gedanken sortieren, noch diese verständlich kommunizieren. Die Aufforderung der Therapeutin, klar zu bleiben, meine Gedanken zu ordnen, nicht abzuschweifen, erfüllt mich einerseits mit Schuldgefühl. Andererseits ist da die Sorge, nicht verständlich ausdrücken zu können, was in mir vorgeht. Die Therapeutin suggeriert Verständnis. Ich beruhige mich. Tränen laufen. Anspannung löst sich. Konflikt ist mein Thema. Mein Angstthema. Besonders in meiner Rolle als Mutter, als Tochter, als Partnerin. Sobald ein Konflikt nur zu erahnen ist, legt sich bei mir ein Schalter um. Unbedingtes …

Wenn das Leben dich zu Pausen zwingt

  Leben ist, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben.   -Henry Miller- Gibt es jemanden, dem dieses Zitat nicht geläufig ist? Ich meine ja, es gehört zu einem der (abgedroschenen) sehr geläufigen Exemplare. Wahrscheinlich, weil so viel Wahrheit darin steckt. Ich musste diese Erfahrung (nicht zum ersten Mal, aber wir vergessen oder verdrängen ja so gern) in den letzten Wochen machen. Also ich habe es gelebt, dieses Zitat. Vorgenommen hatte ich mir, jede Woche einen Artikel für meinen Blog zu schreiben und zu posten. Als Puffer habe ich mich gedanklich auch mit einem Artikel aller 14 Tage angefreundet. Ich bin schließlich Mutter, Vollzeit- Krankenschwester, Partnerin und Geliebte, Stiefmutter, Freundin und ganz nebenbei stolpere ich häufiger über meine ganz eigenen Stolpersteine Depression und emotionale Instabilität mit allem was sie so mit sich bringen. Wenn ich das so schreibe, finde ich den Plan, wöchentlich einen Text mit 300 – 1000 Wörtern verfassen, welcher dann ja auch noch (m)einem Anspruch an einen solchen genügen soll, ganz schön mutig. Oder eher unrealistisch? “Pläne haben …

Mein Warum-Frau am Meer-Frei sein- Atmen

Das ist mein Warum

Warum mache ich das hier eigentlich? Warum erhebe ich jetzt die Stimme und den Stift, nachdem ich quasi schon ein Drittel meines Lebens einen anderen Weg gegangen bin? Was treibt mich an, mich  mit 42 Jahren hinzustellen und zu sagen: „Hey Welt, es gibt da etwas, über das wir reden sollten! Unbedingt! Jetzt! Wir haben schon viel zu lange gewartet!“  Wieso jetzt? Fast 30 Jahre nachdem die erste Diagnosestellung auf Depressionen hingedeutet hatte, knapp 30 Jahre nach der ersten Therapie?  Ich habe 2 leibliche Töchter und eine Stieftochter. Habe einen wunderbaren Mann. Arbeite  Vollzeit als Krankenschwester. Bin integriert in Familie und Freundeskreis. Ich kann sogar glücklich und fröhlich sein. Im Grunde hab ich es doch geschafft. Ich habe überlebt. Habe einen Weg durch das Leben als Betroffene in einer Gesellschaft, die noch immer Themen wie psychische Erkrankungen, Gewalt (psychisch, physisch, sexuell) gegen Frauen * und den Tod tabuisiert. Aber genau das ist der Punkt. Ich habe überlebt. Ich habe einen Weg gefunden.  That’s it. Nothing else. Ich habe einen Weg gefunden. Doch das reicht mir …

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5 Podcasts die mein Denken verändert haben

Ich kann gar nicht so viel lesen, wie ich wissen möchte. Ein Dilemma, das wohl die meisten Menschen kennen, die berufstätig sind und nebenbei noch das bisschen Haushalt wuppen, Familienzeit genießen, Hobbies nachgehen und Freundschaften pflegen. Das ist jetzt nur eine Vermutung. Mit Sicherheit ist das aber bei mir so. Wenn es um informativen Input geht, kann ich selten genug bekommen. Zum Lesen fehlt mir aber oft schlichtweg die Zeit. Mehr als ein paar Zeilen oder Seiten schaffe ich vor dem Einschlafen nicht. Die Rettung kam vor vielen Jahren mit Hörbüchern. Ich hatte die Hände frei zum Arbeiten und konnte ganz nebenbei in fantastische oder informative Welten abtauchen. So bekam Hausarbeit fast schon etwas meditatives. Mittlerweile bin ich auf Podcasts umgestiegen. Ich liiiieeebe Podcasts! Warum? Das Themenspektrum ist größer. Die Nutzung ist einfach und komfortabel. Sie sind nahezu überall verfügbar. Kopfhörer auf, App öffnen, los geht es. Und die Dateien lassen sich auch ganz problemlos abspeichern, so dass du gar nicht auf einen permanenten Internetzugang angewiesen bist. Die Nadel im Heuhaufen finden Next Step. Einen …

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Psychosomatik – meine Erfahrungen

Körper und Geist sind zwei, die selten getrennte Wege gehen Diese Nachricht macht mir Bauchschmerzen, dachte ich, als ich eine Email vom Grundschullehrer meiner 8-jährigen Tochter erhielt, in der er um ein dringendes Elterngespräch bat, da sich mein Kind mit Sorgen an ihn gewandt hatte. Sofort fühlte ich dieses Krampfen in meinem Bauch. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug und meine Atmung sich veränderte. Mir war kalt und dann wieder warm und ich begann zu schwitzen. Mein Kopf füllte sich mit Gedanken, die um mein Kind kreisten. Und mit den Sorgen kam der Kopfschmerz, der sich grinsend zum Bauchschmerz gesellte. Sicher kennst auch du Momente, in denen eine bestimmte Situation eine körperliche Reaktion in dir hervorgerufen hat. Wir alle haben seit Kindertagen Redewendungen gehört, wie :  Das schlägt mir auf den Magen.  Etwas sitzt mir im Nacken.  Ich trage eine schwere Last auf meinen Schultern.  Es ist kein Märchen, dass unser Körper auf unsere Psyche reagiert oder umgekehrt bzw. das beide miteinander verbunden sind, nicht voneinander zu trennen. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass …